Fotografie
Einen psychologischen Ansatz in meinem Hang zur Fotografie zu suchen wäre wohl übertrieben. Ich “knipse” nur zum Spaß. Die Spiegelreflex-Kameras sind ja mittlerweile so erschwinglich geworden wie eine halbe Woche “auf Malle”. Somit wäre auch das Argument gegenüber des meckernden Ehepartners begründet, könnte man doch nun die vielen schönen Momente festhalten – ob am deutsch-spanischen Strand oder im heimischen Garten. Nun findet “Mann” auch eine sinnvolle Beschäftigung beim sonntaglichen Spaziergang zwischen Blumen und exotischen Eichen.
Ich glaube, so fing das wohl bei den meisten an. Und auch wenn der Rest der Welt keinen Draht zur Schärfentiefe findet, so bewirkt doch der Druck auf den Auslöser manch euphorischen Griff in die Brieftasche. Das Resultat ist dementsprechend. Die Ausrüstung im Schrank lässt äußerst viele Einsatzmöglichkeiten zu, die mangelnde Zeit zur Fotografie lässt jedoch eher eine Staubschicht darüber entstehen. Zwingt man sich zur Fotografie, kommt dabei nur was Halbherziges heraus. Mit jedem weiteren Foto hat man dann die Welt schon mal auf die Weise irgendwo gesehen. Also, wohin führt das Ganze?
Technisch könnte ich sicherlich mehr aus den Fotos heraus holen. Aber das ist nicht mein Ziel. Zumindest müsste ich zum Erreichen einer gewissen “Perfektion” weiterhin (mehr oder weniger euphorisch) in die Brieftasche greifen. Das will ich jedoch nicht. Viele Fotografen haben ihre Bilder auf einfachere Weise gemacht und doch mehr Wirkung erzielt als technisch ausgereifte Fotos von malerischen Sonnenuntergängen am perfekten Traumstrand.
Ich bin weit davon entfernt, Kunst zu schaffen. Vielleicht ist es auch ein unerreichbares Ziel. Egal, so lange es Spaß macht, mache ich weiter. Wenn ich kein Ziel mehr vor Augen habe, dann wird die Kamera gegen eine Wand geschmettert und ich fange mit dem Malen an.
PS: Oder singen. Das wärs doch…
Besser trommeln als singen oder malen – das entspannt richtig…