In Vorbereitung auf die Weihnachtszeit wollte ich eigentlich nur mal schnell Fahrkarten für “Familie und zurück” bestellen. Die Bahn als modernes Unternehmen hat dafür ja schon lange eine Webseite, wo man “bequem” die Fahrkarten ausdrucken oder sie sich per Post zuschicken lassen kann. Natürlich nur nachdem man sich erst kompliziert für das Lastschriftverfahren (per FAX!) angemeldet hat. Gut, ich bin (noch) kein Kreditkarten-Besitzer, aber ich weiß nicht, wann ich das letzte mal ein Fax benutzen musste, um im Internet was bestellen zu können. Egal, darum geht es jetzt nicht.
Also, ich bin dabei, mir eine Fahrkarte für den Besuch daheim zu buchen… Browser starten, www.bahn.de (Sehr gut, kurze Internet-Adresse), auf der Startseite kann ich Start und Ziel, so wie das Datum eingeben. Wunderbar. Alles eingegeben, der Klick auf weiter und prompt bietet man mir 3 Verbindungen an. Sieht alles gut aus, auch Sparangebote sind dabei. 29 Euro für eine Hinfahrt, wow – darüber lässt sich reden. Der Klick auf “Verfügbarkeit prüfen” wird eine Seite später mit einem roten “x” quittiert. Ok, haben wohl schlauere Leute bereits vor Monaten (?) die Sparfahrt gebucht. Macht nix. Nehmen wir die für 59 Euro. Verfügbarkeit prüfen, auf der ersten Verbindung bereits weg (wen wundert’s), die zweite Verbindung geht klar. Also, Rückfahrt eintragen. Aeh, Rückfahrt? Etwas verirrt zwischen den ganzen Links finde ich den Klick nicht. Grummel… gut, ein anderes mal halt buchen (Dies war ungelogen der dritte Versuch, diese Fahrt zu buchen). Entnervt wende ich mich den bunten Bildern der Webseite zu und schon fällt mir ins Auge, dass ich etwas für die Umwelt tun kann. Mit der sogenannten “Umwelt Bahncard 25“. In der Hoffnung, nicht zu alt für die Karte zu sein, klicke ich auf das Bild und sehe einen mich angrinsenden Sänger, wie er umweltbewusst zu seinen Auftritten (?) fährt. Was bedeutet nun “Umwelt Bahncard 25″? Worin unterscheidet sich die Bahncard von den anderen? Etwas herumgeklickt lerne ich, dass sie im Vergleich zu den umweltschmutzigen Bahncards nur halb so lang gültig ist. Das ist Umweltschutz bei der Bahn. Also, liebe Mobilfunk-Anbieter. Einfach Handy-Verträge für 12 statt 24 Monate anbieten und sie als “Umwelt-Verträge” anbieten. Oder wie wäre es mit einer Umwelt-Krankenversicherung, oder einen Umwelt-Job? Aber ebenfalls egal, weiter geht’s. Da das mit der Fahrkarte nicht geklappt hat, kann ich ja jetzt mal umweltfreundlicher meine Bahnfahrten antreten. So, auf Bestellung klicken. Die nächste Seite geht auf, und man kann seine persönlichen Daten eingeben. Name, Vorname, Adresse und Bankverbindung. Moment? Kein Fax für die Bankverbindung? Wow! Schön alles eingegeben komme ich zu den Feldern für Kontonummer, Bank und Bankleitzahl. Als Admin meldet sich doch eine kleine Warnstimme im Kopf, die meine Augen auf die Adressleiste des Browsers lenkt. Keine farbliche Veränderung, kein “s” hinter dem http… Oh Mann. Die Bahn… Hier werden also die Bahnkunden dazu aufgefordert, ihre Bankverbindung über eine ungesicherte Leitung zu schicken. Nein, ich mache es nicht. Stinksauer über erneute zwei Miserfolge mache ich mich auf die Suche nach dem Kontakformular für Fragen oder Beschwerden. Erster Klick, zweiter Klick, dritter Klick, klick, klick, klick…
Ein weiterer, ergebnisloser Versuch, eine Fahrt mir der Bahn zu planen. Sagte ich mit der Bahn fahren? Da streikt doch immer noch die GDL, weil sie – Wie war das? – 30% (?) mehr Lohn haben wollen. Und einen eigenen Tarifvertrag. Ob der Streik noch bis Weihnachten andauert? Dann kann ich mir meine Umwelt Bahncard 25 und meine Einzelfahrt sonst wohin schreiben stecken.