Hm, ein etwas seltsamer Name für meine neue Freundin, aber so viel Zeit wie ich mit “EF 70-300mm 1:4-5.6 IS USM” verbringe, könnte man schon von einer Beziehung sprechen ;-). Aber nun zu den Gründen, warum sie meine Freundin wurde.

(Das ist die Kamera – EOS 400d, Bild aufgenommen in Budapest, Club “Cha Cha Cha” auf der Margit Sziget)
Die folgenden Bilder zeigen den Unterschied zwischen dem 18-55 und dem 70-300 Objektiv. Die Bilder mit dem größeren Objektiv sind gestochen scharf, dank des Image Stabilizers. Ein leichter Druck auf den Auslöser, das Objekt summt leicht und man sieht im Sucher sofort, wie sich das Bild “beruhigt”. Hier die Bilder:

Hier der Olympiaberg mit 50mm Brennweite, entspricht eigentlich dem, was man mit dem normalen Auge auch sieht (Bitte auf das Bild klicken)…

Und hier das neue Objektiv, Brennweite für das Bild: 300mm. Ich hab das Bild auf 25% runter skaliert, damit es nicht zu groß für den Blog wird. Der IS sort dafür, dass ich es nicht zu sehr verwackle.

Das ist das Objektiv. Meine “EF 70-300mm 1:4-5.6 IS USM” ;-).
Herzlich willkommen zur 180ten Ausgabe über das Thema Sziget Festival. Ja, ich gebe es zu, nun doch einiges über die ungarische Insel erzählt und geschwärmt zu haben, und doch finde ich einfach nie die richtigen Worte.
Dieses Jahr fiel uns eine Zeitung in die Finger mit einem Foto vom Vortag. Es zeigt ein Mädchen mit diesem Sziget-typischen Ausdruck in den Augen. Natürlich könnte man das auf Drogen, Alkohol oder auf die riesengroße Schlamm-Spielwiese schieben, jedoch glaube ich kaum, dass auf anderen Festivals die Freude am Dasein so groß sein kann wie hier.

Dieses Foto beschreibt genau das, wofür ich einfach keine Worte finde. Sziget ist nichts, was man mit anderen Events vergleichen kann. Wer es nie selbst erlebt hat, versteht es nicht. Wer nie den dritten Tag überstanden hat und weiß, dass vier weitere folgen, versteht es nicht.
Tag null auf dem Sziget: Viele waren mit dem Zeltaufbau beschäftigt, selbst die Veranstalter hatten noch einige Gerüste stehen, LKWs, Autos und Busse standen sich gegenseitig im Weg. Musik war nirgends zu hören, dafür war in der Vorbereitungsphase einfach noch keine Zeit. Im Norden der Insel brach Jubel los, einfach so – ohne ersichtlichen Grund. Der Jubel zog weiter, wurde lauter, immer mehr Besucher schlossen sich an, erreichte unsereren Zeltplatz und riss uns mit. Gänsehaut, Freude. Tag null.
Das waren vermutlich die meist zitierten Worte auf dem diesjährigen Sziget Festival. Die herrlich arrogante Art dieser schwedischen Punkrock-Band überzeugte jeden Pink, The Madness oder Chemical Brothers Fan.. “I know you want The Hives to play for the next 4 days…”, oder “If I say, The Hives will play now the last song you must say ‘booooo’…”. Dazu noch die Musik, die Sonne, die Stimmung… Perfekt. Sziget 2007 bedeutete nicht nur unvergessliche Konzerte, auch haben drei Regentage gezeigt, dass das Festival mittlerweile gereift ist und die Organisatoren keine Kosten scheuen, dem Zuschauer trotz des Schlammes ein großartiges Event zu präsentieren. So wurde nach den Konzerten und Partys mit großen Tanklastern vorgefahren und die ganze Schlammbrühe weggepumpt – zum Leidwesen vieler Hobby-Anglern, die vor der Hauptbühne mit Plastikbechern wohl eher nach weiblichen Zuschauern als nach Fischen geangelt haben. Der restliche Schlamm wurde anschließend mit Sand aufgefüllt, was wiederum die Architekten unter den Besuchern zu spontanen Burglandschaften inspirierte.

Sziget ist kein normales Festival. Sziget ist ein Gefühl, Sziget ist unbeschreiblich. Ich höre mich immer wieder das Selbe erzählen und jedes mal überschlage ich mich mit Eindrücken und Superlativen. Das nun hier in Worte zu fassen kann ich ganz bestimmt nicht. Was mich gefreut und bestätigt hatte waren die Eindrücke vieler anderer Besucher, die ich zum Besuch überreden konnte. So hat dieses Sziget-”Virus” auch manch anderen angesteckt und prompt kamen die Kommentare, während des Festivals gleich nach Tickets für das nächste Jahr zu schauen. Für die Budapester selbst war es wohl auch ein gutes Gefühl von uns Fremden zu hören, dass in ihrer Stadt Europas wohl bestes Festival statt findet. So hat sich auch jeder für die positive Resonanz bedankt – auch wenn sie selbst nichts mit der Organisation zu tun hatten.

Im Moment freue ich mich, dass alle wieder gesund daheim angekommen sind. Wenn man so viele Leute zum Mitkommen überredet, übernimmt man (für sich selbst) eine kleine Verantwortung. Egal, es ist vorbei. Sziget 2007 hat sich wieder selbst übertroffen. Meinem Ungarisch hat es auch gut getan. Ich kann jetzt sagen “Ich spreche kein ungarisch” ;-).
Sziget, Alter! Rock and Roll!