Drehbücher der Gewalt
Was hatten wir schon alles? Amoklauf im Bahnhof von Berlin, ein altes Ehepaar brutalst mit 60 Messerstichen ermordet, Entführungen, Vergewaltigungen, Sklaverei, und, und. Die Reaktion auf solche Misstände ist ja bekanntlicherweise die Einführung eines Verbots. Sicherlich findet sich in dem einen oder anderen Interview ein Politiker, der einen plausiblen Grund für solche Taten findet und diesen dan verbieten möchte.
Aber was passiert nun zukünftig, wenn immer alles verboten wird? Jegliche Form der Gewalt, ob Fernsehen oder Computerspiele, oder auf der Straße, in den Nachrichten wird einen Nachahmer finden, denn diese suchen sich Gewaltformen aus, die am meisten Aufmerksamkeit hervorrufen, oder die in ihren kranken Gehirnen immer und immer wieder ablaufen. Ja, so wird es ablaufen, so wie im letzten Film im Kino, so kann ich meine Wut zum Ausdruck bringen. Viele Gedanken drehen sich nur noch um diese Wut, in den Träumen läuft alles bereits detailliert ab und wenn es mir nicht mehr ausreicht, virtuellen Gegnern meinen Zorn zu zeigen, gehe ich auf die Straße.
Egal, was alles verboten wird. Ein krankes Gehirn findet immer ein Drehbuch für seine Tat. Und wenn er es noch nicht gesehen oder in einem Buch gelesen hat, so reicht sicherlich die Phantasie für genügend Grausames aus. Denn Die Grausamkeit wurde nicht erst zu Zeiten des Kinos oder der virtuellen Knarre erfunden.